1. Station:
Pilgerkloster

Der Sonnengesang des Hl. Franz von Assisi

Höchster, allmächtiger, guter Herr,

dein sind das Lob, die Herrlichkeit und Ehre

und jeglicher Segen.

Dir allein, Höchster, gebühren sie,

und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.

 

alternativer Startpunkt

Da es unter Umständen einmal sein kann, dass das Pilgerkloster geschlossen ist und Sie den Weg trotzdem mit der 1. Station beginnen möchten, gibt es hierfür eine alternative Möglichkeit gut zu starten.

Vor der Pforte steht ein modernes Abbild des Glasfensters gestaltet von Otmar Alt.
Hier finden Sie die gleichen Informationen zu Beginn des Franziskusweges, welche auch im Kloster vorhanden sind.

Fragen, Aufgaben, Rätsel und Impulse

Wer war Franziskus?

Franziskus lebte als Sohn eines reichen Tuchhändler um 1100 in der italienischen Stadt Assisi.

Als Jugendlicher hatte er großen Spaß am Feiern und Geld ausgeben. Er sollte einmal das Geschäft seines Vaters übernehmen. Irgendwann merkte Franziskus, dass es viel wichtigere Dinge im Leben gibt als Geld. Er wollte den Armen und Kranken helfen und so auch Gott nahe sein. ER wollte leben wie Jesus.

Sein Vater fand das nicht gut und er hat mit Franziskus geschimpft und er wollte ihn zwingen in seinem Geschäft zu arbeiten. Doch Franziskus hat sich nicht beirren lassen und hat von dieser Zeit bei den Armen und Kranken vor den Toren von Assisi gelebt.

Andere Männer, die so dachten wie Franziskus, schlossen sich ihm an. Auch der Papst in Rom fand, die Entscheidung von Franziskus sehr beeindruckend. Er hat ihm erlaubt eine Gemeinschaft zu gründen. So ist über viele Jahre und Jahrhunderte der Orden der Franziskaner entstanden, die dann in aller Welt auch hier in Werl ein Kloster gegründet haben. Dies war im Jahr 1848, also über 700 Jahre später.

 

Die Franziskaner und Werl

Über 170 Jahre waren die Franziskaner in Werl und wohnten hier in diesem großen Kloster. Die Franziskaner tragen ein besonderes Gewand. Eine schlichte braune Kutte mit einer weißen Kordel.

 

Frage: Wieviel Knoten hat die Kordel?

Antwort: Drei

Die Bedeutung der drei Knoten: Armut, Ehelosigkeit, Gehorsam


Der Sonnengesang ist ein Gebet

Franziskus spricht über die Natur als wären sie seine Brüder und Schwestern. Wie in einer Familie. In einer Familie passt jeder gut auf den anderen auf. Die Eltern versuchen gerecht zu sein, damit kein Kind zu kurz kommt.

Hast du Geschwister?
Was magst du an deinen Geschwistern?
Was magst du vielleicht auch nicht?

Franziskus glaubte fest daran, dass wir mit Gottes Schöpfung, wie in einer Familie leben.

Und er wollte alle seine Geschwister loben und im Blick behalten.

 

Der Franziskusweg zeigt euch nun diese Geschwister und in dem Fenster könnt ihr einige schon erkennen:

Frage: Welche Geschwister könnt ihr sehen?

Antwort (von links nach rechts): Feuer, Wasser (Fisch), Mond, Sonne und Sterne, Wind (braune Wolke) und Erde (Blume)

1. Strophe des Sonnengesangs:
Höchster, allmächtiger, guter Herr,
dein sind das Lob, die Herrlichkeit und Ehre und jeglicher Segen.
Dir allein, Höchster, gebühren sie,
und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.

  • Anschauen des Kunstwerkes, entdecken, deuten

Franziskus nennt Gott, Höchster und Allmächtiger. Dies macht den großen Unterschied zu uns Menschen deutlich. Wie spreche ich ganz persönlich Gott an?

 

 

Historischer Ort

Das Wallfahrtszentrum:
ehemaliges Franziskanerkloster und heutiges Pilgerkloster

Kurz vor dem Baubeginn der heutigen Wallfahrtsbasilika erfolgte in den Jahren 1903-05 auch die Errichtung des neuen Klosters, das wie die Kirche von Wilhelm Sunder-Plaßmann geplant und ausgeführt wurde und sich an die Nordseite des Chorbereiches anschließt. Die nach Westen ausgerichtete Schauseite zeigt ein dreistöckiges Gebäude mit ausgebautem Dachgeschoss. Die Fassade wird durch drei Spitzgiebel gegliedert, deren äußere jeweils ein steinernes Kreuz ziert.  

Hier lebten und arbeiteten von 1905 bis 2019 Franziskanerbrüder und –patres, deren Hauptaufgabe die Wallfahrtsseelsorge war. Zugleich war das Gebäude von 1929 bis 1998 Sitz der Sächsischen Franziskanerprovinz sowie des Kommissariats des Heiligen Landes. In der Nachbarschaft befanden sich der Dietrich-Coelde-Verlag und das Völkerkundemuseum „Forum der Völker“, das auch nach dem Abschied der Franziskaner in Werl verblieben ist. 

 

Mit dem Übergang der Wallfahrtsseelsorge an das Erzbistum Paderborn am 1. September 2019 erfolgte durch dieses auch die Übernahme des Klosters. Bereits zuvor war ein neues Nutzungskonzept erarbeitet worden, das umfangreiche Umbau- und Sanierungsarbeiten erforderlich machte. Diese wurden unter der Leitung des Werler Architekten Nils Oetterer 2019-21 ausgeführt. Ein äußeres Zeichen dieses Neubeginns ist die 2020 über der ehemaligen Klosterpforte aufgestellte Statue des Paderborner Diözesanpatrons St. Liborius. Hier zuhause sind jetzt die Wallfahrtsverwaltung mit zwei Priesterwohnungen sowie einer Pilgerherberge mit etwa 80 einfachen Übernachtungsmöglichkeiten und einem großen Pilgersaal, das Büro des Dekanates Hellweg und der Konvent der Werler Ursulinen.